Wettergefahren

Glätte

Die bekanntesten Glättearten im Winter sind Schneeglätte, Glatteis und Eisglätte. Dazu kommen gefrierender Regen und Eisregen. Unangenehm für Fußgänger und Autofahrer ist alles aber wo liegen die Unterschiede?

Schneeglätte
Wenn Schnee festgefahren oder festgetreten wird, entsteht Schneeglätte. Richtig glatt muss das noch nicht sein, denn die festgetretene oder plattgefahrene Schneedecke ist meist noch griffig. Sehr rutschig wird es erst, wenn der Schnee bereits angetaut ist und anschließend wieder friert.

Glatteis
Regnet es oder schlägt sich der Nebel auf gefrorenen Boden, bildet sich Glatteis. Glatteis ist sehr gefährlich, denn es handelt sich dabei um einen großflächigen, gleichmäßigen und glatten Bezug auf Straßen und Wegen.

Eisglätte
Klart es nach Regenwetter nachts auf und gibt es Frost, droht Eisglätte. Pfützen, die Nässe auf den Fahrbahnen, angetauter Schnee und sonstiges vorhandenes Wasser gefriert dann zu Eis. Diese Glätte ist gefährlich, auch wenn sie oft örtlich begrenzt ist und der Eisbezug manchmal mit rauen Stellen wechselt, so dass Autoreifen und Füße zwischendurch genügend Halt finden.

Gefrierender Regen und Eisregen
Manchmal sind die Regentropfen selbst unterkühlt, das heißt sie haben eine Temperatur unter dem Gefrierpunkt. In diesem Fall spricht man von gefrierendem Regen. Er ist besonders tückisch, weil dann nicht nur der Boden sondern auch alle Gegenstände, auf die der Regen trifft, blitzschnell mit einer dünnen Eisschicht überzogen werden. Ist der Regen bereits in der Luft zu Eiskörnern gefroren, fällt er als Eisregen und bildet eine riffelige Eisfläche.

Glätte führt immer zu Behinderungen des Straßenverkehrs, wobei diese um so massiver sind, je verbreiteter die Erscheinung auftritt oder wenn zwar räumlich eng begrenzt eine Region mit hoher Verkehrsdichte betroffen ist. Besonders bei Glatteis ist auch der Schienenverkehr von den Beeinträchtigungen betroffen.

So verhält man sich bei Glätte richtig.

Wird vor Glätte gewarnt, sollten Sie Nachrichten und Verkehrshinweise fortlaufend verfolgen und darin gegebene Handlungsempfehlungen beachten. Feuerwehr, Polizei sowie Rettungs- und Hilfsdiensten ist immer Platz zu machen und deren Anweisungen vor Ort zu beachten. Insbesondere Räumfahrzeuge haben im Zweifelsfall im Interesse aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer Vorfahrt!

Wichtig sind bei unabdingbar notwendigen Fahrten vor allen Dingen eine angemessene Ausrüstung der Fahrzeuge mit Winterreifen und eine den Verkehrsverhältnissen tatsächlich angepasste Fahrweise.

Besonders bei älteren oder behinderten Mitbürgern ist die Gefahr zu stürzen, extrem hoch. Unterstützen Sie die Personen darin, dass sie ihre Wohnung nicht verlassen müssen, indem Sie lebensnotwendige Dinge des Lebens (z. B. Medikamente) auf Ihrem Weg mit besorgen.

Auch mit Winterbereifung wird es kritisch auf Glatteis, wenn Sie plötzlich bremsen müssen. Das Bremspedal nur vorsichtig, mit geringem Druck betätigen. In einem Fahrzeug mit ABS dagegen voll aufs Pedal treten. Möglichst im großen Gang mit niedrigen Motordrehzahlen fahren. Plötzliches Gasgeben oder Gaswegnehmen kann zum Ausbrechen oder Rutschen führen. Ruckartige Lenkbewegungen gilt es zu vermeiden, stattdessen durch feinfühliges Lenken versuchen, das Fahrzeug in der Spur zu halten. Geraten Sie dennoch mal ins Schleudern, Nerven behalten, sofort auskuppeln, nicht bremsen, sondern nur gegenlenken. Bekommen Sie den Wagen so nicht unter Kontrolle, dann als letzte Möglichkeit bremsen.

Sie sollten sich bewusst sein, dass sich durch die geänderten Witterungsbedingungen Fahrzeiten massiv verlängern können. Planen Sie diesen Umstand bei allen unaufschiebbaren Terminen ein und setzen sich nicht unter Zeitdruck.

Bei Überland- und Autobahnfahrten ist nicht auszuschließen, dass aufgrund von Witterungsverhältnissen Staus entstehen. Sie sollten bei geplanten längeren Fahrstrecken mit vollem Tank und vollem Reservekanister starten. Denken Sie an warme Kleidung, Decken, Notproviant und erforderliche Medikamente. Vergessen Sie nicht für einen möglichen längeren Aufenthalt für mitreisende Kinder Babynahrung, Windeln, Spielzeug und dergleichen einzupacken.

Wird vor Glatteis gewarnt, sollten Sie nach Möglichkeit das Haus nicht verlassen und keine Fahrten mit dem Auto unternehmen. Warten Sie ab, bis Wege und Straßen gestreut sind. Werden Sie während der Fahrt  von gefrierenden Niederschlag überrascht, stellen Sie ihr Fahrzeug am Straßenrand ab und warten auf den Streudienst. Sollten Sie auf eine sofortige Weiterfahrt nicht verzichten können, fahren Sie nur äußerst vorsichtig weiter und halten mindestens dreifachen Sicherheitsabstand ein.

Überholen Sie nach Möglichkeit keine im Einsatz befindlichen Räum- oder Streufahrzeuge auf den Straßen und Autobahnen. Die Gefahren beim Überholen sowie beim Fahren auf der ungeräumten bzw. nicht getreuten Strecke sollten Sie nicht unterschätzen. Besonders auf Autobahnen fahren Räumfahrzeuge häufig versetzt im Verband. Beim Vorbeifahren riskieren sie, in den wegspritzenden Schneematsch zu geraten und dabei in der Sicht behindert zu werden oder schlimmstenfalls sogar die Kontrolle über das eigene Fahrzeug zu verlieren. Halten Sie genügend Abstand zu den Räumfahrzeugen, denn das Splitt-Salzgemisch der Streumaschinen wird mit hoher Geschwindigkeit auf die Fahrbahn geschleudert und könnte Ihnen bei zu dichtem Auffahren die Sicht nehmen oder die Windschutzscheibe beschädigen.