Wettergefahren

Gefahr durch Hochwasser

Hochwasserlagen haben in den letzten Jahren zunehmend zu einer Bedrohung der Lebensgrundlagen von Teilen der Bevölkerung geführt. Jeder Einzelne sollte prüfen, inwieweit er durch gezielte Vorbereitungen und Maßnahmen Schäden vermeiden oder mindern kann. Nachfolgende Hinweise können hierzu beitragen. Beschrieben sind die vorbereitenden Maßnahmen, das Verhalten bei drohendem Hochwasser, zusätzliche Hinweise zu Kraftfahrzeugen und Maßnahmen nach dem Hochwasser

Auch wenn wir in Bochum bisher von Hochwasser weitgehend verschont blieben und sich die Schäden und Einschränkungen bei Hochwasser der Ruhr in engen Grenzen halten, können die Hinweise eine Hilfe sein. Teilweise handelt es sich um die gleichen Auswirkungen, wie nach anhaltenden bzw. Starkregen.

Besondere Gefahren bei Hochwasser entstehen durch die Kraft des Wassers bei Unterspülung von Wegen, Brücken, Dämmen etc., aber auch durch mitgeführtes Treibgut. Ausgelaufende Schadstoffe wie Heizöl, Reinigungs- und Pflanzenschutzmittel, aber auch Fäkalien und Unrat die in den Fluten mitgeführt werden, sind ein gesundheitliches Risiko. Diese Gefahren werden traten bisher in Bochum nur im Bereich und unmittelbarer Umgebung der Ruhr auf.

Bedenken Sie bitte, dass die normale Versorgung mit Strom, Lebensmitteln und Trinkwasser bei Hochwasser beeinträchtig oder unterbrochen werden kann. Dieser Zustand kann auch nach Ende der unmittelbaren Hochwassergefahr durch die Schädigung der Infrastruktur noch eine Weile anhalten.

Als vorbereitende Maßnahmen empfehlen sich:

  • Schalbretter, wasserfeste Sperrholzplatten und Silikon zum Abdichten gefährdeter Räume. Zusätzlich Sandsäcke.
  • Einbau von Rückstauklappen in den Keller- bzw. Tiefgeschoßräumen
  • Gefährliche Stoffe oder Chemikalien rechtzeitig auslagern.
  • Wertvolle Möbel oder Geräte aus gefährdeten Räumen auslagern.
  • Verwenden Sie wasserbeständige Baustoffe und Versiegelungen in gefährdeten Räumen.
  • Heizöltank gegen Aufschwimmen sichern (vertikale Rückverankerung oder Ballastierung, z.B. durch Erdabdeckung bei drohender Gefahr). Möglichst Tanks verwenden, die für den Lastfall “Wasserdruck von außen” geeignet sind. Absperrmöglichkeiten von Leitungen vorbereiten.


Verhalten bei drohendem Hochwasser:

  • Verfolgen Sie aktuelle Wettermeldungen und Hochwasserwarnungen über regionale Rundfunksender und Videotexttafeln regionaler Fernsehsender. Mitbewohner ggf. zusätzlich informieren.
  • Getroffene Vorsorgemaßnahmen überprüfen und ergänzen.
  • Gefährdete Räume ausräumen.
  • Dichten Sie gefährdete Türen und Fenster, Abflussöffnungen usw. ab.
  • Sichern Sie Heizung und elektrische Geräte in bedrohten Räumen, bzw. schalten Sie diese ab. Stromschlaggefahr entsteht bereits bei Kondenswasser! Tiefkühltruhe berücksichtigen.
  • Überprüfen Sie Hausentwässerungsanlagen und Rückstauklappen im Keller.
  • Entfernen Sie rechtzeitig Fahrzeuge aus gefährdeten Garagen oder von Parkplätzen.
  • Verständigen Sie bei Austritt von Schadstoffen die Feuerwehr.


Zusätzlicher Hinweis zu Kraftfahrzeugen:

  • Befahren Sie keine überfluteten Straßen. Dringt Wasser in den Motorraum, droht erheblicher Schaden; zudem liegt die Betriebstemperatur eines Katalysators bei rund 700?C, plötzliche Abkühlung kann zum Zerspringen des Keramikkopfes führen.
  • Steht das Fahrzeug bis zur Ölwanne oder über die Räder im Wasser, keinesfalls starten, sondern abschleppen und in Werkstatt überprüfen lassen.


Nach dem Hochwasser

  • Entfernen Sie Wasserreste und Schlamm, pumpen Sie betroffene Räume jedoch erst leer, wenn das Hochwasser abgeflossen ist. Achten Sie auf die Informationen Ihrer Gemeinde.
  • Fußbodenbeläge und Verkleidungen sollten Sie zur Kontrolle entfernen oder öffnen.
  • Trocknen Sie betroffene Bereiche schnellstmöglich um Bauschäden, Schimmelpilzbefall oder anderem Schädlingsbefall entgegen zu wirken. Heizgeräte können den Trocknungsvorgang unterstützen.
  • Lassen Sie beschädigte Bausubstanz überprüfen (Statik).
  • Nehmen Sie elektrischer Geräte und Anlagen erst nach Überprüfung durch den Fachmann wieder in Betrieb.
  • Lassen Sie Heizöltanks auf Schäden überprüfen.
  • Bei Freisetzung von Schadstoffen, wie z.B. Pflanzenschutzmitteln, Farben, Lacken, Reinigern oder Heizöl, verständigen Sie die Feuerwehr. Entsorgung ist ggf. über Fachfirmen erforderlich.
  • Benutzen Sie bei Freisetzung von Ölen Ölbindemittel nur in Absprache mit der Feuerwehr.
  • Räume, in denen gearbeitet wird, sollten Sie stets gut belüftet halten. Bei freigesetzten Schadstoffen nicht Rauchen und offenes Feuer vermeiden.
  • Entsorgen Sie verunreinigte Möbel und Lebensmittel. Wenden Sie sich hierbei an den USB.