Wettergefahren

Sturm und Orkan

Bei Sturm und Orkan mit anhaltend hoher Windgeschwindigkeit sind vor allem der Winddruck sowie die darauf noch aufsetzenden höheren Böen problematisch.


Dächer oder Teile davon können abgedeckt werden, Bäume, Strommasten, Antennen u.ä. von der Gewalt des Windes geknickt werden. Gegenstände, die dem Wind eine große Angriffsfläche bieten (wie z.B. Markisen, Partyzelte, Sonnenschirme, leichte Überdachungen u.ä.), können durch die Böen aus ihrer Verankerung gelöst werden. Kraftfahrer kennen das Problem des heftig einsetzenden seitlichen Schiebens beim Verlassen eines Waldstückes, eines Tunnels oder einer windgeschützten Lage.

Gefährlich werden Winde und Böen ab einer Stärke von 8 auf der Beaufort-Skala. Die Auswirkung der Windstärke ist wie folgt beschrieben:

BEAUFORT-SKALA

Stärke

Bezeichnung

Auswirkungen

m/sek

km/h

0

Windstille

Rauch steigt senkrecht auf

0,0 - 0,2

- 1

1

leiser Zug

Rauchablenkung sichtbar

0,3 - 1,5

- 5

2

leichte Brise

im Gesicht spürbar

1,6 - 3,3

- 11

3

schwache Brise

dünne Zweige bewegen sich

3,4 - 5,4

- 19

4

mäßige Brise

Wimpel gestreckt, loses Papier fliegt

5,5 - 7,9

- 28

5

frische Brise

größere Zweige bewegen sich

8,0 -10,7

- 38

6

starker Wind

starke Äste bewegen sich, knatternde Fahnen

10,8-13,8

- 49

7

steifer Wind

Bäume bewegen sich

13,9-17,1

- 61

8

stürmischer Wind

Autos geraten ins Schleudern

17,2-20,7

- 74

9

Sturm

leichte Beschädigungen

20,8-24,4

- 88

10

schwerer Sturm

entwurzelte Bäume

24,5-28,4

- 102

11

orkanartiger Sturm

schwere Zerstörungen

28,5-32,6

- 117

12

Orkan

Verwüstungen

+ 32,6

+117

Achtung: Die meisten Verletzungen und Todesfälle bei Sturm werden durch herabfallende Trümmer oder herumfliegende Gegenstände verursacht.

Vorbeugende private oder gewerbliche Schutzmaßnahmen bei extremen Wetterereignissen:

  • Stabile Dachkonstruktion und feste Verankerung im Mauerwerk mit Hilfe von Mauerankern, Schrauben und Metallbändern.
  • Abspannen von Masten, Antennen und Schornsteinen zur Verhinderung von langperiodischen Schwingungen.
  • Zusätzlich sollten in Warnsituationen Gerüste, Werbetafeln, Markisen, Partyzelte, Abdeckplatten und –planen fest verankert werden
  • Schutz vor entwurzelten Bäumen in Hausnähe durch entsprechenden Abstand oder Zurückschneiden gebäudenaher Bäume auf höchstens Firsthöhe.
  • Vorbeugend sollten Sie in regelmäßigen Abständen Dächer und Schornsteine auf lose Dachziegel oder Bleche u.ä. überprüfen.
  • Vorratshaltung von Ersatzdachplatten und Folien zur temporären Vermeidung von Nässeschäden im Schadensfall.
  • Abdecken von Glasflächen im privaten Bereich (Rolläden) und im Gewerbe, zum Beispiel bei Gewächshäusern (hagelsichere Glastypen).
  • Umrüstung auf hagelsichere Dächer durch Betondachpfannen, verstärkte Bleche oder Spezialfolien mit Kiesschüttung und Seitenabdeckung.
  • Unterstellen von Fahrzeugen in Garagen oder Unterführungen. Abdeckung des Fahrzeugs, wenn keine Unterbringungs- möglichkeit vorhanden ist.

Vorbeugende öffentliche Schutzmaßnahmen und Hilfe bei extremen Wetterereignissen:

  • Sperrung von besonders exponierten Straßenabschnitten und Brücken für große Lastwagen und Wohnanhänger bei Gefahr starker Windböen.
  • Staatliche oder kommunal verordnete Landnutzungs- beschränkungen vor allem in Küstenbereichen und in topographisch exponierten Gegenden.
  • Auflösung von Freiluftveranstaltungen zum Schutz der Menschen und den auf den öffentlichen Parkplätzen abgestellten Fahrzeugen.
  • Bei Sturm kann es in der Regel innerhalb einer kurzen Zeitspanne zu einer Vielzahl von Schadenmeldungen kommen. Dies führt zu einer entsprechend hohen Anzahl gleichzeitig zu bewältigender Einsätze.
  • Unter Umständen kann das Einsatzpotential der Feuerwehr soweit ausgelastet sein, dass es zu längeren Wartezeiten bis zum Eintreffen von Hilfskräften kommt.
  • Grundsätzlich wird jeder Anruf über die Notrufnummer 112 aufgenommen und je nach Dringlichkeit bearbeitet.

  • Es ist wichtig, den Schaden möglichst genau zu schildern, z.B. ob Personen verletzt sind oder eine weitere Gefährdung vorhanden ist.
  • Aufgrund Ihrer Schilderung der Lage entscheiden wir über die Dringlichkeit, um jedem Hilfeersuchen, abhängig von der Schwere des Ereignisses, schnell und gut  nachzukommen.
  • Falls es also mal etwas dauert, wir haben Sie nicht vergessen !

Verhaltensregeln und Tipps bei schweren Stürmen

  • Fenster und Türen schließen. Wenn vorhanden, Rolläden oder Fensterläden schließen.
  • Verlassen Sie bei Sturm die schützenden Räume nicht und schalten Sie das Radio zur weiteren Information ein. Wenn Sie sich im Freien aufhalten müssen, meiden Sie die Nähe von Gebäuden (gehen Sie besser hinein), Gerüsten, hohen Bäumen und Strommasten!
  • Sich nicht ins Freie begeben, da Gefahr durch herabstürzende Trümmer, Bäume oder elektrische Leitungen besteht. Unterschlupf in festen Gebäuden suchen.
  • Nicht befestigte Gegenstände, die sich außerhalb des Hauses im Garten befinden, in Sicherheit bringen (z. B. Mülltonnen, Wäsche, Blumenkübel, Werkzeuge usw.).
  • Parken Sie Fahrzeuge nicht in der Nähe von Häusern oder hohen Bäumen, besser Fahrzeuge in Garagen abstellen. Keine Unterführungen benutzen, um Rettungskräften freie Zugangswege zu den Einsatzorten zu gewähren.
  • Bei Stürmen Zelte und Wohnwagen verlassen, da aufgrund mangelnder Verankerung Umsturzgefahr besteht.
  • Beginnen Sie die Aufräumarbeiten erst nach Ende des Sturmes. Achten Sie dabei auf ausreichenden Abstand zu möglicherweise einsturzgefährdeten Bauten sowie zu abgerissenen Stromleitungen.